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Aktuelles, Bericht Nordisch · Carmen Notz

19.01.2015

Roland und Annette Ammann

Langlaufwettbewerbe sind auch Rennen um Schnee und Austragungsorte Wetterkapriolen erfordern hohes Maß an Improvisation und Organisationstalent bei Training und Rennen

Leutkirch – Schneearme Winter, Regen und Wärme lassen die festgesetzten Renntermine des Schwäbischen Skiverbands, wie auch die Rennen der lokalen Skivereine mehr denn je platzen. Die Wetterkapriolen erfordern ein hohes Maß an Flexibilität, denn fast kein Termin kann aufgrund der Schneelage dort stattfinden, wo er geplant war. Vom Schwarzwald übers Allgäu bis nach Bayern und Österreich (Sulzberg, Hochhädrich) reicht die Palette der Ausweichorte. Roland Ammann von der TSG-Skiläuferzunft betreut seit 43 Jahren die Langlauf-Rennmannschaften des Vereins mit unzähligen Erfolgen bis zur Deutschen und Europäischen Spitze. Selten war Improvisation so gefragt wie die vergangenen Winter.

„Wir im Allgäu sind schon etwas verwöhnt, was die Schneelage betrifft. Doch die Ansprüche werden mit den extremen Wetterverhältnissen immer niedriger. Die Veranstalter von Rennen, auch wir von der Skiläuferzunft, sind schon froh, einen Flecken Schnee zu haben, wo geplante Wettbewerbe stattfinden können“, sagt Roland Ammann, der für den bevorstehenden Jugendkskitag am 24. Januar um Schnee bangt. Sicher ist gar nichts mehr. Sicher ist nur, dass er und sein Organisationsteam mit allen Gerätschaften sich auf alles einstellen müssen.

Hat es in Leutkirch Schnee, kann man den Jugendskitag oder die VR-Talentiade-Sichtung am 8. Februar ganz prima auf der Loipe an der Wilhelmshöhe veranstalten, was aufgrund von Streckenverlauf, Parkplätzen und Transfers ideal wäre. Ausweichorte sind Winterstetten, Kreuzthal, Isny oder Buchenberg. Doch auch das ist nicht mehr wie früher. Die zweitägigen Baden-Württembergischen Meisterschaften 2012 konnten nur einen Tag lang in Winterstetten ausgetragen werden, in der Nacht regnete es den Schnee weg und man musste am nächsten Morgen in Isny neu aufbauen. Strecken beschildern, Absperrungen anbringen, Start und Ziel einrichten usw.  Alles ist ein großer logistischer Aufwand.

Muss ein Rennen morgens vor dem Start abgesagt werden, weil keiner ahnen konnte, dass keine Schnee mehr da ist, sind die Teilnehmer schon vor Ort und können nicht starten. Sie stehen dann nicht nur wirklich im Regen, sondern auch sprichwörtlich, weil sie vielleicht an einem Ort mit Schnee hätten starten können, den sie nun verpasst haben. Terminverschiebungen haben auch zur Folge, dass sie sich mit anderen Rennen überschneiden und so ist der Trainer immer am Abwägen, wo könnte welcher Lauf für welche Klasse stattfinden. Das Renngeschehen wird immer mehr zu einem Wettlauf um Schnee und Austragungsort, mit sehr kurzfristigen Änderungen und der großen Frage: Wo liegt noch genügend Schnee oder liegt morgen noch Schnee?

Für das Langlauf-Training sieht es ähnlich aus. Im Sommer ist Skirollertraining, es wird geradelt und gejoggt. Im November ist die erste Schneeberührung, wenn Roland Ammann wie seit 25 Jahren mit der Rennmannschaft nach Norwegen ins Trainingslager fährt. Ein Winterkurs auf dem Wenger Egg in den Weihnachtsferien auf ausreichender Schneelage ist zu einer Lotterie geworden, mal mit, mal ohne weiße Unterlage.

„Das wöchentliche Training an zwei Abenden erfordern nicht nur von uns Trainern viel Improvisationsgeschick, sondern auch von den Eltern mit ihren Fahrdiensten, wenn wir wegen Schneemangel nach Winterstetten oder Isny ausweichen müssen, weil nur dort auch eine Langlaufloipe mit Flutlicht ist“, sagt Roland Ammann, der etwa 15 Schützlinge zwischen acht und 15 Jahren in der aktuellen Rennmannschaft hat.

„Den ausgefallenen SSV-Cup um den Pokal der Schwäbischen Zeitung im Dezember wollen wir im Februar versuchen nachzuholen. Der Skittycup am 4. Januar konnte gerade noch auf dem dahinschmelzenden Schnee stattfinden und für den Jugendskitag am 24. Januar hoffen wir, dass es wieder Schnee geben wird“, schmunzelt Roland Ammann, der in seinen 43 Trainerjahren und seiner aktiven Zeit schon die kuriosesten Dinge erlebt hat.

Er gibt die Hoffnung nie auf und weiß, dass sich jeder Aufwand lohnt. Aktuell laufen die Leutkircher Jugendlangläufer bei der Verbandsebene vorne mit und haben ansehnliche Platzierungen. Sie haben etliche Vorbilder aus Reihen der TSG-Skiläuferzunft, denen sie nacheifern können und irgendwo, irgendwann im Winter liegt immer Schnee.

 

 

 

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